Das Atomkraftwerk (AKW) Krümmel liegt ca. 20 km Luftlinie vor den Toren der Stadt Lüneburg und gehört zu den störanfälligsten AKW. Seit 2009 ist Krümmel nicht mehr am Netz angeschlossen aufgrund der Brände von zwei Maschinentransformatoren. Nach dem ersten Brand 2007 versprach der Betreiber Vattenfall eine bessere Informationspolitik und größere Sicherheit, bewies aber in 2009 beim weiteren Brand, dass diese Aussagen nur Schall und Rauch waren. Die Zuverlässigkeit des Betreibers, eine der Grundvoraussetzungen nach dem Atomgesetz (AtG) zum Betreiben eines AKW ist bei Vattenfall eindeutig nicht gegeben.
Hinzu kommt, dass Krümmel die traurige Berühmtheit erlangt, dass sich in seiner Umgebung das größte Leukämiecluster der Welt befindet. Von 1990 bis April 2009 sind 19 Leukämie-Neuerkrankungen bei Kindern aufgetreten, das Dreifache dessen, was statistisch zu erwarten gewesen wäre. Dieses AKW darf nach Meinung des BUND nicht wieder ans Netz .
Die schwarz-gelbe Regierung will bis Herbst 2010 ein Energiekonzept vorlegen und über Laufzeitenverlängerungen bei AKW entscheiden. Derzeit gilt der sog. Atomkonsens, wonach bis 2021 alle Atomkraftwerke abgeschaltet werden müssen. Der Streit, ob die Laufzeitenverlängerung beschlossen werden sollen, geht quer durch die Regierungsparteien, aber insbesondere in der F.D.P. werden Laufzeitenverlängerungen gefordert. Völlig unberücksichtigt bleibt dabei nicht nur das Risiko im laufenden Betrieb, sondern auch die ungeklärte Frage nach der Entsorgung des Atommülls. Das beste Beispiel eines unverantwortlichen Umgangs mit schwach- und mittelradioaktivem Atommüll ist die Asse. Das Salzbergwerk droht einzustürzen und ca. 200000m³ in sich zu begraben. Da Gorleben ähnliche Schwachstellen hat – Kontakt zum Grundwasser und fehlendes, geschlossenes Deckgebirge – muss es zu einer neuen Endlagersucher in ganz Deutschland kommen. Und neben Salz müssen auch Ton und Granit eine Rolle spielen. Vor allem muss mit nachvollziehbaren Kriterien und größtmöglicher Transparenz diese Suche durchgeführt werden. Der unter rot-grün im Jahre 2002 vorgelegte Abschlussbericht des Arbeitskreises Endlager (AKEnd) hat hier die ersten, richtigen Schritte für diese Endlagersuche aufgezeigt. Für den BUND ist klar: die Risiken beim sogenannten Normalbetrieb und die nach wie vor ungeklärte Frage, wohin mit dem gefährlichen Atommüll lässt nur einen Schluss zu: Atomausstieg sofort. Nur ein abgestelltes AKW ist ein sicheres AKW!